Paraffin – Grundstoff für preiswerte Kerzen

Paraffinwachs basiert auf Erdöl und ist heutzutage das am häufigsten verwendete Wachs bei der Kerzenherstellung. Es ist  preisgünstig herzustellen und hat eine hohe Verbreitung. Aber nicht nur zur Kerzenherstellung wird Paraffinwachs verwendet. Paraffin wurde erstmals vom schwäbischen Forscher Karl von Reichenbach entdeckt, als dieser Holzteer erforschte. Zwischen 1835 und 1840 wurden erstmalig Kerzen aus Paraffin hergestellt. Seitdem wurde das Paraffinwachs zunehmend wichtiger für die Kerzenherstellung.

Erdöl bildet die Grundlage

Paraffin wird durch Raffinierung aus Erdöl gewonnen. Für den Chemiker ist es ein Gemisch aus gesättigten und geradkettigen, verzweigten Kohlenwasserstoffen. In der Chemie werden diese auch Alkane genannt.

Eigenschaften von Paraffin, Hartparaffin und Weichparaffin

Paraffin ist brennbar und wachsartig und in der Endform ist es ungiftig. Es hat keinen Geschmack und keinen Geruch. Seine Farbe ist weiß. Es kann als elektrischer Isolator verwendet werden, weil es Strom nicht leitet. Paraffin ist außerdem wasserabweisend und auch nicht in Wasser löslich, in Benzin dagegen schon.

Es wird zwischen Weichparaffinen und Hartparaffinen unterschieden. Bei etwa 45 ° Celsius schmelzen die Weichparaffine mit einem höheren Ölgehalt. Die Hartparaffine mit niedrigerem Ölgehalt haben ihren Schmelzpunkt hingegen bei 50-60° Celsius.

Paraffin ist wichtig für die Kerzenherstellung

Noch ist Paraffin nahezu uneingeschränkt verfügbar. Aufgrund des sehr günstigen Preises stellt  es bei der Kerzenherstellung den größten Anteil. Es ist günstiger als Stearin, dass aus tierischen und pflanzlichen Stoffen gewonnen wird. Insbesondere Teelichter und preiswerte Kerzen werden größtenteils aus Paraffinwachs hergestellt.

Kerzenherstellung mit Paraffinwachs

Für die Kerzenherstellung gibt es verschiedene Paraffinwachse. Sie unterscheiden sich im Ölgehalt. Dieser wird bestimmt durch die Herstellung, der Raffinierung.

  • Bei einem Ölgehalt von 3 % hat das Paraffinwachs eine Schmelztemperatur von 48-52° Celsius.
  • Bei 1,5 % liegt die Temperatur bei 54-58° Celsius.
  • Bei einem Ölgehalt von 1 % liegt die Schmelztemperatur bei 58°-62° Celsius.

Die unterschiedlichen Schmelzpunkte erlauben die Herstellung  passender Kerzen für verschiedene Jahreszeiten: Im Sommer führen ein niedriger Schmelzpunkt und hoher Ölgehalt zu einer unschönen Verformung der Kerzen. Entsprechend werden  hier Paraffine mit niedrigem Ölanteil genutzt. Die Verformung bei sommerlichen Temperaturen tritt auch bei anderen Wachssorten ein. Daher wird ihnen zum besseren Formerhalt häufig ein Paraffinanteil beigemischt.

Kerzen und Teelichter aus Paraffinwachs werden hauptsächlich gepresst, manchmal auch gezogen. Beim Pressen der Kerzen werden kleine Kugeln des Wachses verwendet. Diese werden erwärmt und in die entsprechende Form gepresst.

Paraffin für Kosmetik und Medizin

Weltweit werden die meisten Paraffine zur Herstellung von Kerzen verwendet. Aber nicht nur für die Fertigung von Kerzen ist das weiße Wachs wichtig: Ebenso wird es für Schuhcremes, Polituren, Hautcremes und Salben verwendet. In der Medizin ist es ebenso wichtig wie in der Kosmetikbranche.

Auch in der Käserei wird Parafin manchmal zur Rindenherstellung verwendet und bildet eine Wachsrinde. Außerdem wird es als Brennstoff für Öllampen verwendet. Ebenfalls ist es häufig in Grillanzündern vorhanden. Streichhölzer werden mit Paraffin getränkt um besser zu brennen.